Custom Audiences und Kampagnen-Budget – Facebook Anzeigen für Beginner (Teil 5)

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Custom Audience über eine Datendatei

Diese wird durch das Hochladen einer CSV- oder TXT-Datei mit E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder FB-User-IDs erstellt.

Custom Audience über deine Website

Durch einen Tracking-Pixel werden Besucher deiner Website einer Liste hinzugefügt. Mit Hilfe sogenannter „sprechender“ URLs können hier verschiedene Listen anhand der besuchten Seite erstellt werden, z. B. eine Liste ausschließlich mit Besuchern der Seite domain.de/produkt-a

Auf diesen Listen erfasste Besucher können dann gezielt über Retargeting-Anzeigen angesprochen werden.

Custom Audience über deine mobile App

Diese Zielgruppe wird mit Hilfe einer App erstellt, die das Facebook-SDK für iOS oder Android enthält.

Custom Audience über MailChimp

Durch die Verbindung mit dem MailChimp-Account wird diese Zielgruppe erstellt.
Dabei können Mailinglisten aus MailChimp für das Erstellen der Custom Audience ausgewählt werden. Andere E-Mail-Marketing-Anbieter stehen bisher noch nicht zur Auswahl.

Tipp:

Viele E-Mail-Marketing-Anbieter erlauben den Export eigener E-Mail-Listen. Diese können dann ebenfalls in Facebook hochgeladen werden, um eine Custom Audience zu erstellen.

Custom Audience über Datendatei

Um diese Zielgruppe zu erstellen, klickt man im Werbeanzeigenmanager auf „Zielgruppe“ → „Zielgruppe erstellen“.

Im Anschluss werden die Felder ausgefüllt und eine Datendatei hochgeladen. Diese Datei kann E-Mail-Adressen, Facebook-User-IDs, Telefonnummern oder Mobile-Advertiser-IDs enthalten.

Je nach Größe kann es einige Stunden dauern, bis die Zielgruppe im Werbeanzeigenmanager zur Verfügung steht.

Custom Audience über deine Website

Mit Hilfe eines Code-Schnipsels wird der Besucher von Facebook erkannt und einer Liste hinzugefügt.

Es ist möglich, abhängig von der besuchten Seite unterschiedliche Zielgruppen-Listen zu erstellen.

Als Beispiel können Besucher einer Seite, deren URL ein bestimmtes Wort enthält, z. B. das Wort „shop“, einer Liste hinzugefügt werden. Erfasst werden hierbei also Besucher, die den Shop der Website aufgerufen haben. Diese Form der Custom Audience ist dynamisch und wird fortlaufend mit Nutzern ergänzt.

Weiterhin kann bestimmt werden, wie lange der Besucher in der Liste verbleibt – maximal 180 Tage sind möglich. Danach wird er von der Liste entfernt und kann bis zu einem erneuten Eintrag nicht mehr mit einer Anzeige angesprochen werden.

Diese Listen können für eine Werbeanzeige indes auch als Ausschlusskriterium gewählt werden. Die Anzeige wird nach der allgemeinen Auswahl der Zielgruppe Nutzern nur dann gezeigt, wenn diese nicht in der Liste enthalten sind – hierbei handelt es sich um eine Negativ-Auswahl.

Dadurch bieten sich vielfältige Möglichkeiten, z. B. können bei einem Shop Besucher angesprochen werden, die den Shop zwar besucht, aber noch nichts gekauft haben.

Oder die Anzeige richtet sich nur an jene Besucher, die bereits ein Produkt erwarben.

Werbetreibende, die diese Möglichkeiten einsetzen, haben gegenüber dem normalen Targeting bereits wesentlich höhere Ergebnisse erzielen können.

Kampagnen-Budget

Die Auswahl des richtigen Budgets und geeigneter Biet-Optionen für deine Kampagne ist entscheidend für den Erfolg.

Nachfolgend zeige ich dir die verschiedenen Optionen.

Budget

Bitte beachte, dass das Budget für ein Anzeigen-Set festgelegt wird und nicht für die Kampagne.

Hast du zwei Anzeigen-Sets erstellt mit je 10 EUR/Tag, so beträgt das Gesamtbudget deiner Kampagne 20 EUR/Tag.

Beim Budget bestehen zwei verschiedene Optionen:

  1. Tagesbudget – Hier wird das Budget pro Tag festgelegt.
  2. Laufzeitbudget – Dieses Budget gilt für die Gesamtlaufzeit. Ein Beispiel: Eine Kampagne wird in ihrer Laufzeit auf 30 Tage beschränkt, als Budget werden 100 EUR eingestellt. Der Betrag wird gleichmäßig auf die Laufzeit verteilt.

Bei Wahl des Tagesbudgets hat man die Möglichkeit, die Anzeige fortlaufend zu schalten, d. h. ohne ein Enddatum – oder die Kampagne zu begrenzen:


Facebook zeigt automatisch in der rechten Spalte an, wie viele Nutzer mit dem Budget pro Tag erreicht werden. Dies ist aber nur eine Schätzung und dient als Hilfe beim Festlegen des Budgets.

Gebote und Preise

Die Standard-Gebotsoptionen auf Facebook sind CPC und CPM.

CPC ist die Abkürzung für Cost per Click, hier erfolgt die Abrechnung nach erhaltenen Klicks auf die Anzeige. Wird z. B. ein Maximalgebot von 0,30 EUR festgelegt und die Anzeige erhält 100 Klicks, so werden hier höchstens 30 EUR fällig. Der tatsächliche Klickpreis liegt in der Regel unterhalb des Maximalgebotes.

CPM ist die Abkürzung für Cost per Mile, hier erfolgt die Abrechnung nach der Zahl der Einblendungen einer Anzeige bei den Nutzern auf Facebook.

Als Gebot legt man jenen Betrag fest, den man maximal für 1.000 Einblendungen zahlen möchte.
Bestimmt man z. B. einen Betrag von 0,20 EUR für 1.000 Einblendungen, so bezahlt man für 100.000 Einblendungen maximal 20 EUR.

Hier spielt die Zahl der Klicks, welche die Anzeige erhält, keine Rolle. Facebook versucht auf Basis der Zielgruppe, so vielen Nutzern wie möglich deine Anzeige einzublenden.

Bei den CPC-Anzeigen zeigt Facebook die Anzeige vor allem jenen Nutzern, die als besonders „klickfreudig“ gelten, und optimiert die Auslieferung sozusagen selbstständig.


Facebook schlägt automatisch vor, den Gebotspreis zu optimieren. Stimmst du dem zu, so optimiert Facebook anhand der Daten die Auslieferung der Anzeige, um das beste Ergebnis für deine Anzeige zu erzielen.

In manchen Fällen kann die Auswahl eines maximalen CPC- bzw. CPM-Preises für die Anzeige eine bessere Performance liefern. Nachdem du etwas Erfahrung gesammelt hast, solltest du auch diese Variante testen.

Wann wähle ich die CPC- und wann die CPM-Gebotsoption aus?

Möchtest du Klicks auf einen externen Link erhalten (z. B. zu deinem Shop), dann ist die CPC-Abrechnung die am häufigsten gewählte Option.

Besteht das Ziel hingegen darin, eine Anzeige so oft wie möglich Facebook-Nutzern zu zeigen, um z. B. ein „Branding“ zu erzielen oder eine Marke zu präsentieren, dann bietet sich die Auswahl von CPM an.

Bei einer kleinen Zielgruppe von ca. 50.000 Nutzern kann auch eine CPM-Anzeige besser laufen als eine nach CPC.

Voraussetzung ist eine „laserscharfe“ Auswahl der Zielgruppe und eine Aufmerksamkeit erregende Anzeige mit klarem „Call to Action“, also einer wirksamen Animation des Nutzers zu einer Aktion.

Hier ein Beispiel:

Eine Anzeige verfolgt das Ziel, Klicks auf eine externe Website zu generieren:
Zielgruppe 50.000, Laufzeit 14 Tage
50.000 Einblendungen x 1,0 % Klickrate (CTR) = 500 Besucher
Kosten für CPC: 0,30 EUR/Klick = 150 EUR

Anzeige wie oben nach CPM
50.000 Einblendungen x 1,0 % CTR = 500 Besucher
Kosten für CPM: 0,30 EUR/1.000 Einblendungen = 15 EUR
Dies ergibt Kosten je Klick von nur 0,03 EUR.

(Zur besseren Veranschaulichung habe ich als CTR 1 % gewählt. Gute Klickraten beginnen bei Facebook bei ca. 0,1 % – wenn die Zielgruppe gut targetiert wurde, liegen die Raten auch höher.)

Hierbei sollte beachtet werden, dass beim Umstellen der Gebotsoption von CPC auf CPM die Klickrate fällt. Wie bereits oben erwähnt, optimiert Facebook bei CPC-Anzeigen die Auslieferung an „klickfreudige“ Nutzer.

Auf jeden Fall sollte man eine CPC-Kampagne auch mit CPM-Gebotsoption testen.

Weitere Teile dieser Serie:

  1. Einführung
  2. Übersicht über Anzeigenziele und Werbeformate
  3. Einrichtung: Kontoinformationen & Zahlungsmethoden
  4. Erstellung von Kampagnen
  5. Custom Audience und Kampagnen-Budget
  6. Auswertung der Anzeigen Ergebnisse
  7. 15 Tipps für die Optimierung von Anzeigen

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Über den Autor

Holger Freier ist ein digital Native seit einigen Jahren. Seine Leidenschaft gilt dem Social Media - und Affiliate Marketing.

2 Kommentare zu “Custom Audiences und Kampagnen-Budget – Facebook Anzeigen für Beginner (Teil 5)”

  1. Agentur Venio

    Wow, ich bin richtig erstaunt, solch qualitativen Content gratis vorzufinden! Ich denke wer immer diese Anleitungen geschrieben hat, könnte diese auch Verkaufen. Vom technischen her etc. Kenne ich mich schon sehr gut aus, was mich noch interessieren würde, wäre eine Anleitung mit Tipps, wie man die Conversion und Klickrates dieser Facebook anzeigen steigern könnte. Weiter fände ich es noch interessant, wie gut Facebook Werbung im Gegensatz zu z.B. Linkedin oder Adwords performt. Ich habe schon gehört, das Facebook oft eine Geldverschwendung sei, stimmt das?

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